Wir haben beide einen langen Weg hinter uns — durch Leistung, Verstehen, Suchen. Bis wir verstanden haben, worum es wirklich geht: nicht mehr wissen. Fühlen.
Wir kommen aus unterschiedlichen Lebensgeschichten. Aber an einem Punkt sind wir uns begegnet — und er war derselbe: Das Außen stimmte. Die Leistung stimmte. Und trotzdem fehlte etwas. Keine dramatische Erklärung. Kein offensichtlicher Grund. Nur dieses leise, hartnäckige Gefühl: Das bin nicht wirklich ich.
Radical Sparks ist entstanden aus dem, was wir beide auf diesem Weg gelernt haben. Nicht aus Theorien. Aus gelebter Erfahrung.
Ich war immer fasziniert davon, warum Menschen gegen sich selbst handeln. Warum wir bleiben, obwohl wir gehen wollen. Essen, obwohl wir satt sind. Schweigen, obwohl wir sprechen müssten. Funktionieren, obwohl in uns längst etwas nicht mehr stimmt.
Ich habe Marketing studiert, im Familienunternehmen gearbeitet, eigene Projekte aufgebaut, geheiratet, Kinder bekommen — und bin trotzdem immer wieder an denselben inneren Stellen gelandet. In einer Essstörung. In einer gescheiterten Ehe. In Schuldgefühlen. In dem Gefühl, es doch eigentlich besser wissen zu müssen.
Die meiste Zeit meines Lebens dachte ich, mein Job sei, mich gut zu fühlen. Wenn mir das nicht gelang, machte ich irgendetwas falsch. Also habe ich gelesen, verstanden, analysiert. Ausbildungen gemacht. Methoden gelernt.
Heute sehe ich: Ich musste mich nicht noch besser verstehen. Ich musste lernen, bei mir zu bleiben, wenn es innerlich schwierig wurde. Dort beginnt für mich ein Leben, das wirklich meins ist. Nicht immer leicht. Aber echt.
Ich bin aufgewachsen mit der tiefen Überzeugung: Wenn ich gute Leistung bringe, bekomme ich Liebe und Aufmerksamkeit. Also habe ich geliefert. 1er-Abitur. Prädikatsexamen in Jura. McKinsey-Beraterin. Mit 25 CEO.
Von außen: perfekt. Von innen: ein System, das ständig Bestätigung brauchte — und nie wirklich ankam.
Als mein kleiner Bruder starb — mit 22 Jahren — brach alles zusammen. Ich war kurze Zeit in der Klinik. In den Jahren danach habe ich alles ausprobiert: Traumatherapie, somatische Arbeit, Körperarbeit. Ich wollte einfach wieder teilnehmen können am Leben.
Was ich dabei gelernt habe: Hinter all den Gefühlen — der Wut, der Trauer, dem Schmerz — ist Frieden möglich. Nicht statt dieser Gefühle. Mit ihnen. Wenn ich lerne, bei mir zu bleiben, was auch immer gerade da ist.
Das ist die Erfahrung, die ich weitergeben will.
Wir haben uns vor Jahren in Berlin kennengelernt. Und irgendwann gemerkt: Wir denken ähnlich. Wir kämpfen ähnlich. Und wir wollen dasselbe — nur haben wir beide lange nicht gewusst, wie.
Radical Sparks ist nicht aus einem perfekten Plan entstanden. Es ist entstanden, weil wir uns gegenseitig immer wieder angesparkt haben. Weil eine der anderen gesagt hat: mach. Weil wir beide aufgehört haben zu warten, bis alles fertig ist.
Wir haben unzählige Methoden kennengelernt. Das Einzige, das wirklich etwas verändert hat, war immer dasselbe: das Fühlen.
— Julia & Alexandra
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